Schneeberg, 1.051 m, höchster Berg des Fichtelgebirges und Frankens. Gipfelbereich mit Granitblockmeer und Felsburg Backöfele ist NSG, durch militärische Bauten jedoch stark beeinträchtigt.
Der Name soll von snede = Grenze abgeleitet worden sein. Weithin sichtbar ist der ehem. Radarturm der Bundeswehr, nun ein Wahrzeichen des "Kalten Krieges".
Der Berg hatte wegen seiner weiten Fernsicht schon immer eine strategisch wichtige Bedeutung. 1498 wurde Kunz von Wirsberg, Hauptmann auf dem Gebürg, vom Markgrafen in Bayreuth angewiesen, eine Wartordnung auszuarbeiten. Dabei entstand auf verschiedenen Bergen des Fichtelgebirges ein Netz von Beobachtungsstationen, die bei Gefahr Feuer- oder Rauchsignale geben mußten. Die Weißenstädter mußten 1520 hier eine Wache einrichten.
1713 sah man noch Reste dieser Warte.
1879 erste einfache Besteigungsanlage durch den Deutsch-Österreichischen Alpenverein, Sektion Wunsiedel;
1879 Bau einer steinernen Unterstandshütte,
1904 einer Blockhütte in unmittelbarer Nähe;
1926 Errichtung des Aussichtsturmes Backöfele.
Die Luftwaffe ließ 1938 einen 35 m hohen Holzturm errichten, dessen Verwendungszweck galt als "geheim". 1942 brannte er aus unerklärlichen Gründen nieder.
Am 14.11.1951 requirierten US-Streitkräfte einen Teil des Gipfels, errichteten verschiedene Gebäude und Stahlkonstruktionen für Antennen und Parabolspiegel.
1961 übernahm die Bundeswehr den nördlich angrenzenden Bereich des Gipfels. So gab es hier zwei aneinandergrenzende aber voneinander getrennt eingezäunte Sperrgebiete.
1967 nahm der Fernmeldesektor E im neuerstandenen Turm seine Dienste auf.
Aufgrund der militärischen Entspannung in Europa verließen die US-Streitkräfte am 30.4.1992 den Schneeberg, am 31.3.1993 stellte die Bundeswehr ihren militärischen Aufklärungsbetrieb ein. Der letzte Soldat verließ am 30.6.1994 die "Luftverteidigungsstellung", die Liegenschaften gingen an die Bundesvermögensverwaltung über.
Der Bundeswehrturm wurde an die Firma Mannesmann für Zwecke des Mobilfunks verpachtet.
Am 29.12.1995 erwarb der Landkreis Wunsiedel auf Initiative von Landrat Dr. Peter Seißer eine 6.500 qm große Teilfläche im ehem. amerikanischen Sperrgebiet, auf der auch das Backöferle steht. In Zusammenarbeit mit dem Naturpark Fichtelgebirge erfolgten Renaturierungsmaßnahmen.
Seit 29.8.1996 besteht wieder freier Zugang zum Aussichtsturm "Backöfele".